background
logotype

Warum "erbsenzaehler.at" ?!?

 

Umgangssprachlich bezeichnet ein "Erbsenzähler" einen pedantischen und kleinkarierten Menschen, weshalb gerade Buchhalter und Controller manchmal böswilligerweise mit diesem Begriff bedacht werden.

Tatsächlich spielt aber Erbsenzählerei in meinem Beruf, der Archäobotanik, sowohl im übertragenen als auch im Wortsinn durchaus eine große Rolle: denn nach dem Begleiten und Beraten der Probenentnahme auf einer Ausgrabung beginnt der Hauptteil archäobotanischer Arbeit zunächst mit dem Auslesen archäologischer Pflanzenreste - einer ziemlich fitzeligen Angelegenheit! Wenige Millimeter große, teils auch wesentlich kleinere Objekte - Sämereien, Holz- und Holzkohlenfragmente und anderes - sind unter dem Mikroskop zu sortieren, zu zählen, und natürlich zu identifizieren. Und manches Mal ist dann auch tatsächlich eine Erbse darunter...

Die beim Auszählen gewonnenen quantitativen Daten werden im Anschluss mit Informationen zur Taphonomie der Fundstelle und zur bisher bekannten Kultur- und Naturgeschichte des Untersuchungsgebietes angereichert. Ebenso werden die ökologischen Ansprüche der nachgewiesenen Pflanzenarten und ihre Nutzungsgeschichte durch den Menschen mit einbezogen. Aus der Verknüpfung dieser Hintergrundinformationen mit den Daten entsteht eine archäobotanische Interpretation, die am Ende mit den Befunden von Archäologie, Archäozoologie, Sedimentologie und ggf. anderen Disziplinen zu einem möglichst umfassenden und möglichst exakten Gesamtbild einer vergangenen Lebenswelt verknüpft wird.


Foto: M. Kohler-Schneider

Foto: M. Kohler-Schneider

Foto: S. Krutter

2017  www.erbsenzaehler.at   globbers joomla templates